Ernährungsberatung
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Dr. Adelheid Larch

   

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Was wir als Steviaprodukt einkaufen

In Südtirol finden wir in einigen Naturläden oder Drogerien ein Produkt das "als Stevia" verkauft wird. Es handelt sich dabei um eine Mischung von Erythritol und Steviaextrakt - Laut Angaben auf dem Etikett ist es für die Kosmetik gedacht, eingesetzt wird es zum Süßen von Nahrungsmitteln.

Das bedeutet für den Konsumenten, dass es sich nicht um ein 100%iges Steviaprodukt handelt. Stevia ist nur ein Teil des Inhaltes und möglicherweise in geringerer Menge als Erythritol enthalten.

Erythritol ist ein Zuckeralkohol wie Xylit und Sorbit. Diese Zuckeraustauschstoffe wirken bei erhöhter Dosis abführend.

Erythritol ist ein weißes kristallenes Puder und geruchlos ist. Es enhält 0.2 Kalorien pro Gramm, während Zucker 3.75 Kalorien pro Gramm hat. Es ist in unseren Körpern, sowie in Früchten, Gemüse und bestimmte gegorene Nahrungsmittel wie Joghurt und Käse natürlich vorkommend.

Es kann z.B. zum Kochen oder als Zahnpastazusatz verwendet werden, auch kommt es in den kosmetischen und chemischen Industrien zum Einsatz.
Zuckerfreie Kaugummis, Low-Carb-Produkte, Lebensmittel für Diabetiker und Steviaprodukte können Erythritol enthalten.
So wie jeder Zuckeralkohol verursacht es Darmstörungen: Blähungen, Gasbildung, Borborygmen. Menschen mit Reizdarmsyndrom u. anderen Verdauungsstörungen sollten das Produkt meiden.

09.04.2011

 

Thema "nüchtern Laufen" (Lesen Sie in der Zeitung)

Was hat es in sich mit dem Morgensport?  "Neueste" Einblicke geben sog. Mediziner und Experten. Lesen Sie den Artikel und bilden Sie sich Ihre Meinung. [Artikel]

... und wenn ich die Banane vor meinen Run esse und starte, vom Lauf nach 40 Minuten wieder zurück bin, habe die Banane noch nicht verdaut. Nutzen hatte ich keinen, außer dass mir die Banane aufgestoßen ist. Trotzdem gut, dass ich sie gegessen habe, oder?...

Vielleicht kann mir jemand erklären, warum der nüchterne Lauf abgebrochen werden muss! "der Fettstoffwechsel ist nur so lange aktiv bis die Zuckerspeicher aufgebraucht sind und dann kommt es zum ? - Herzversagen oder Bauchschmerzen vom Lachen"
In der Praxis würde das heißen, dass wir ständig essen müssen um Fett zu verbrennen. Oder nehmen wir zu, weil wir ständig essen und gar kein Fett verbrennen da ausreichend Zucker vorhanden ist? Da beißt sich die Katze wohl in den Schwanz.
Letztendlich ist es so, dass in den Zeitungen viel Unwahrheiten erzählt werden und sich der Leser selbst seine Meinung bilden muss.
Ich finde es schade, dass ich jetzt nicht mehr morgens sondern abends wenn ich keine Zeit habe laufen muss. Deshalb laufe ich gar nicht mehr.

21.03.2011


Sind wir von Natur aus Vegetarier?

Die Diskussion um die artgerechte Ernährung der Menschheit ist heiß wie noch nie. Das Thema Ernährung und damit möglich verursachten Krankheiten ist komplex und deshalb auch so brisant.

Schon im alten Testament finden wir Texte über die Ernährung. Ob wir darin eine Lösung des Dilemmas über Sinn und Unsinn von tierisches Eiweissernährung finden, bleibt dahingestellt.

Gott schuf den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.....dann sprach Gott: Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen. Allen Tieren des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, was Lebensatem in sich hat, gebe ich alle grünen Pflanzen zur Nahrung. So geschah es.

Genesis 1,30, die Erschaffung der Welt

Frage, die sich mir stellt: sind alle Tiere des Feldes vegetarisch veranlagt?

13.09.2010

 


Laktoseintoleranz und Joghurtverzehr

Personen mit Laktoseintolleranz vertragen insbesonders Joghurt relativ gut, obwohl bei der Fermentation nur bis zu 30% Laktose in der Milch abgebaut wird.

Die Milchsäurebakterien (fermentierter unerhitzter Produkte) haben eine positive Wirkung, da sie hohe Mengen des Enzyms ß-Galaktosidase enthalten, welches im Dünndarm die Laktose hydrolisiert. So führen unerhitzte Joghurt im Vergleich zu pasteurisiertem Joghurt oder Milch zu geringeren Intoleranzsymptomen.

Auch die Konsistenz – im Vergleich zur Milch - beeinflusst das Ausmaß der Symptome: Joghurt passiert denn Magen-Darm-Trakt verlangsamt, das die Laktoseverdauung erhöht.

Starterkulturen für Joghurt welche die Bakterienstämme Lactobazillus bulgaricus und Streptococcus thermophilus enthalten, scheinen die höchste Wirkung in der Verminderung der Intoleranzsymptome zu haben.

(Ernährung und Fasten als Therapie – Stange, Leitzmann)

22.08.2010

 


Eisen

Ein Erwachsener hat ca. 45-55mg/kg Körpergewicht im Körper gespeichtert (ca. 3-4g)

Der Hauptanteil befindet sich im Hämoglobin 60-70%.

Funktionen

Sauerstofftransport, Rolle bei der Synthese von DNA, RNA und Proteinen, Zellproliferation und Differenzierung und Genexpression.

Hohe Konzentrationen von Eisen befinden sich in der Leber, Gehirn, Erythrozyten und Makrophagen.

Eisen ist wichtig für die Bildung von Myelin und Dendriten bei Nervenzellen.

Eisen (Fe²+) aus tierischen Lebensmitteln (Häm-Eisen) ist besser verfügbar als Eisen (Fe³+) aus pflanzlichen Lebensmitteln.

Am Tag werden ca. 1-2 mg Eisen ausgeschieden. 10-15mg werden pro Tag zugeführt bei einer Bioverfügbarkeit von 10-15%. Die Bilanz von Resorption und Ausscheidung ist deshalb ausgeglichen.

Eisen wird im oberen Dünndarm resorbiert (Duodenum). Es ergibt sich ein Zellturnover von 2-4 Tagen. Zellen, die Eisen resorbieren werden in den Krypten der Darmmukosa gebildet. Von dort wandern sie in Richtung Villi und formieren sich zu funktionellen Eisen-resorbierenden Zellen. Diese werden dann zusammen mit dem Eisen das nicht resobiert wurde ins Darmlumen abgestoßen.

Inhibitoren von Nicht-Häm-Eisen-Bioverfügbarkeit

Phytinsäure und Polyphenole, Calcium und Soja-Protein, Ei-Albumin sowie Casein haben einen Einfluss auf die Resorption.

Scharzer Tee (Tannine hemmen die Eisenresorption) und Kaffee (chlorogene Säure = Phenolsäure)

Phytinsäure (Bestandteil von Getreidekörnern, Hülsenfrüchten)

Polyphenole finden sich in Gemüse, Getreide, Gewürzen, Früchte und Getränke

Promotoren der Nicht-Häm-Eisen-Resorption

Fleisch und Ascorbinsäure, Vitamin A, schwefelhaltige Aminosäuren (enthalten in frischen Knoblauch und Zwiebel)

Empfehlungen zur Verbesserung der Eisen-Bioverfügbarkeit:

Keinen Tee oder Kaffee direkt zu den Hauptmahlzeiten, sondern 1-2h früher oder 2-4h später konsumieren.

Milchprodukte (Calcium) zwischen den Mahlzeiten verzehren.

Vitamin-C-Quellen zum Essen (Zitronensaft, Kiwi) oder vitaminreiches Gemüse (z.B. Kohl) verzehren.

Eisenreiche Lebensmittel (mg pro 100g)
Erbsen 7,2mg, Schwarzwurzel 3,3mg, Vollkornbrot 2,8mg, Spinat 4,1mg, Ente 2,4mg, Muscheln 5,1mg, Erdbeeren 1,0 mg.

Symptome bei Eisenunterversorgung

Gestörte Thermoregulation, erhöhte Infektanfälligkeit, brüchige Haare und Nägel, körperliche Schwäche, Anämie, Konzentrationsschwäche, Lernstörungen, Atrophie der Schleimhäute.

Essenzielle Spurenelemente – Cem Ekmekcioglu, Wolfgang Marktl 2006
Leitfaden Ernährungsmedizin – H. Koula-Jenik, M. Kraft, M.Miko, R.-J. Schulz 2006

16.07.2010

 


Kalziumgehalt - Lebensmittel

Der Körper benötigt täglich rund 550-1200mg Kalzium um die Neubildung der Knochenmasse zu gewährleisten:
Einige Lebensmittel welche die größten Kalziumlieferanten sind sind hier aufgelistet (Angabe in mg/100g)

Parmesan 1.200mg, Emmentaler, 45%F.i.T. 1000mg, Gouda 45%F.i.T. 750mg, Bierkäse, 15%F.i.T. 600mg, Mozzarella 400mg, Joghurt oder Milch 120mg, Cottage Cheese 95mg, Butter 13mg

Mohn gemahlen 1.470mg, Sesam frisch 738mg, Sardinen 300mg, Mandeln geschält 128mg

Feigen getrocknet 224mg, Aprikose getrocknet 100mg, Datteln 65mg, Feige 54mg, Himbeeren 40mg, Holunderbeeren 37mg

Spinat gekocht 123mg, Brokkoli gekocht 112mg, Fenchel 109mg, Kren 105mg, Kraut gekocht 46mg

Haferflocken 54mg, Vollkornbrot 22mg

Milchschokolade 240mg

26.06.2010 (Referenz H.dobnig und I.Wipler - Die Anti-Osteoporose-Diät)

 


Abnehmen – Hungerkontrolle mit Proteine (Aminosäuren wie BCAA’s, Whey Protein und allgemein proteinreichen Mahlzeiten)

"Proteine" ist das Schlagwort in den Diäten dieser Zeit. Sie sättigen und haben eine höhere post-prandiale Thermogenese als Fett und Kohlenhydrate im Vergleich. Dadurch kann aufgrund der verminderten Kalorienzufuhr der gewollte Gewichtsverlust erreicht werden.

So schlecht Proteine auch teilweise gemacht werden, Beweise für Nierenschädigung bei Gesunden sind noch ausständig und die Protein-Diäten boomen.

Sicher ist:

Dass Tryptophan ein Vorgänger von Serotonin ist, ein Co-Regulator des Appetites. Leucin unterdrückt die Nahrungsaufnahme über mTOR einem zellulären Treibstoffsensor, welcher im Hypothalamus die Energiebilanz steuert.

Freie Aminosäure regulieren den Stoffwechsel, modulieren die Sättigung und haben komplexe Auswirkungen auf den Hunger und der Gewichtssteuerung.

Nahrungsergänzungsmittel (BCAA’s, Whey Protein, Proteinriegel, Fertigdrinks) können somit die Gewichtsabnahme unterstützen; und nicht zu vergessen proteinreiche Mahlzeiten mit mageren Käse, Eiweiß, und Truthahnfleisch.

Referenzen:
Leidy Hj, Bossingham Mj, Mattes RD, Campbell WW „Increased dietary protein consumed at breakfast leads to an initial and sustained feeling of fullness during energy restriction compared to other meal times.” Br J Nutr 2009 Mar, 101(6);798-803.

Vander Wal JS, Marth JM, Khosla P, Jen KL, Dhurandhar NV “Short-term effect of eggs on satiety in overweight and obese subjects”,J Am Coll Nutr 2005 Dec; 24(6);510-5.

Cota D, Proulx K, Smith KA, Kozma SC, Thomas G, Woods SC, Seeley RJ. “Hypothalamic mTOR signaling regulates food intake”, Science 2006; 312: 927–30.

 

Studien über Studien, die sich alle wiedersprechen:
Kohlenhydrate machen dick, Fett macht dick oder doch die Proteine? Wir drehen uns im Kreis.

Immer wieder machen Wissenschaftler den Versuch irgendwelche Zusammenhänge zwischen 2 oder mehr Faktoren durch Zahlen (Statistiken) ersichtlich zu machen. So wurde auch kürzlich in einer Studie ein Zusammenhang zwischen BMI und Proteinkonsum festgestellt und daraus leichtgläubig der Schluss gezogen, dass Übergewicht mit hohen Proteinkonsum in Verbindung steht. Vergessen wurde dabei dass Übergewicht und BMI nicht dasselbe ist - denn dann wäre jeder Sportler übergewichtig.

Keiner dieser Studien können wir mehr glauben. Heute so und schon morgen anders. Die Nahrungsmittelbranche ist ein großer Markt und die Diätbranche baut darauf auf, denn wo es viel zu Essen gibt, gibt es noch mehr abzunehmen.

Vielleicht würde es schon reichen einfach weniger zu essen und ausgewogen. Denn nur in einer Wohlstandsgesellschaft wie unserer gibt es das Problem. Und die Schuld an einem einzigen Stoff zu suchen ist so dumm wie unsere Gesellschaft, die durch den Überfluss einfach alles was der Markt bietet, in sich hineinstopft.
 

Reference:
Hermanussen M, "Nutritional protein and body mass index, the neglected correlation", Acta Medica Lituanica 2008, Vol.15, No.1, P 9-15.

 


Verstopfung (Obstipation)

Die Kolonpassagezeit und Auslösung der Defäkationsreizes ist wesentlich vom Stuhlvolumen und damit dem Ballaststoffverzehr abhängig. In den westlichen Industrieländern ist der Ballaststoffverzehr sehr gering.
Ballaststoffe sind Kohlenhydrate die im Dünndarm nich enzymatisch abgebaut werden und den Dickdarm erreichen und folglich mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Empfehlenswert ist eine tägliche Ballaststoffzufuhr von mindestens 30 g für Erwachsene (Kinder: Lebensalter + 5g)

Lebensmittel welche förderlich auf den Stuhlgang wirken

  • Weizenkleie 15-40g am Tag (mit reichlich Flüssigkeit – 1EL auf 150ml Wasser)
  • Pumpernickel-Brot: Kleie (Roggenschrot) wird mit dem Mehl verbacken
  • Leinsamen
  • Pflaumen
  • Inulin (enthalten in Zwiebel, Artischoke, Topinambur, Schwarzwurz, Spargel, Lauch, Chicoreé)
  • Kaffee
  • Resistente Stärke (Bratkartoffel, grüne Bohnen)
  • Generell ballaststoffreiche Ernährung: viel Gemüse u. Obst
  • Geraspelte rote Rübe mit Zitrone und Walnüssen mehrmals am Tag in kleinen Portionen
  • frische Spinatblätter

 

24.09.2010